Freitag, 13. Mai 2011

Wo Marx recht hat, hat er recht

Kürzlich wurde in Neues aus der Anstalt (neben der heute-show, beide im ZDF, ja so ziemlich die einzige Satiresendung im Moment; in der ARD läuft alles, nuhr keine Satire) darauf hingewiesen, dass Angela Merkel gerne einen Spruch verwendet, den man auch von Erich Honecker hören konnte: "Es kann nur das verteilt werden, was vorher erarbeitet wurde."

Hier zeigt sich der übereinstimmende Irrtum von Kapitalismus und Kommunismus. Es muss nämlich heißen: "...was vorher erwirtschaftet wurde." Manchmal wird es auch so gesagt, aber eher zufällig und mit synonymer Intention. Es ist aber ein Unterschied. Wirtschaft ist eben nicht nur Arbeit. Das Wirtschaftsprodukt entsteht aus den Faktoren Arbeit und Land. Der Teil, der aus letzterem entsteht, sollte (hauptsächlich) für ein Grundeinkommen verwendet werden; der Teil, der aus Arbeit entsteht, für die Entlohnung der Arbeitenden.

Karl Marx - der bekanntlich gesagt hat, dass er kein Marxist sei - schreibt in der Kritik des Gothaer Programms, in dem stand "Die Arbeit ist die Quelle alles Reichtums und aller Kultur":
Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die Natur ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte (und aus solchen besteht doch wohl der sachliche Reichtum!) als die Arbeit, die selbst nur die Äußerung einer Naturkraft ist, der menschlichen Arbeitskraft. Jene Phrase findet sich in allen Kinderfibeln und ist insofern richtig, als unterstellt wird, daß die Arbeit mit den dazugehörigen Gegenständen und Mitteln vorgeht. Ein sozialistisches Programm darf aber solchen bürgerlichen Redensarten nicht erlauben, die Bedingungen zu verschweigen, die ihnen allein einen Sinn geben. Nur soweit der Mensch sich von vornherein als Eigentümer zur Natur, der ersten Quelle aller Arbeitsmittel und -gegenstände, verhält, sie als ihm gehörig behandelt, wird seine Arbeit Quelle von Gebrauchswerten, also auch von Reichtum. Die Bürger haben sehr gute Gründe, der Arbeit übernatürliche Schöpfungskraft anzudichten; denn grade aus der Naturbedingtheit der Arbeit folgt, daß der Mensch, der kein andres Eigentum besitzt als seine Arbeitskraft, in allen Gesellschafts- und Kulturzuständen der Sklave der andern Menschen sein muß, die sich zu Eigentümern der gegenständlichen Arbeitsbedingungen gemacht haben. Er kann nur mit ihrer Erlaubnis arbeiten, also nur mit ihrer Erlaubnis leben.
Und zum Satz "In der heutigen Gesellschaft sind die Arbeitsmittel Monopol der Kapitalistenklasse; die hierdurch bedingte Abhängigkeit der Arbeiterklasse ist die Ursache des Elends und der Knechtschaft in allen Formen" schreibt Marx:
In der heutigen Gesellschaft sind die Arbeitsmittel Monopol der Grundeigentümer (das Monopol des Grundeigentums ist sogar Basis des Kapitalmonopols) und der Kapitalisten.
Es genügt also, das Grundeigentum zu sozialisieren, dann braucht man sich keine weiteren Gedanken um Kapital und Produktionsmittel zu machen - niemand hätte damit die Macht, irgendeinen anderen zum Sklaven zu machen.

1 Kommentar:

  1. Was kümmern dich Kommunisten, Kapitalisten und andere -isten, suche nach dem Himmelreich und seiner Gerechtigkeit, und du wirst erkennen, wie lächerlich ist der Kampf um Stein und Brot. Denn was kannst du nehmen von dieser Welt in die Ewigkeit?
    Macht und Werk gehören dem Schöpfer, und dies willst du, Erden-Wurm, dem Mächtigen nehmen? Dein Tod wird dich des Besseren belehren!
    Ich mahne dich,
    dein Bruder.

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